Abschluss des Projektes „Entwicklung eines neuen Produktes“

Während ihrer Ausbildung haben die Auszubildenden in der Fachrichtung Fachkraft für Lebensmitteltechnik die Aufgabe ein innovatives Produkt herzustellen. Über das gesamte Schuljahr sollen sie ein Produkt von der Idee bis zur Markteinführung zu entwickeln. Dabei konnten die Auszubildenden sehr kreativ sein, denn das einzige, was es an Vorgaben gab, war die Verwendung von regionalen Hülsenfruchtprodukten der Firma Astaxa.

 

Am 22.04.2026 war es dann so weit. Sehr aufgeregt und gespannt waren nicht nur die Auszubildenden, die Cookies, Waffelbackmischungen oder vegane Patties präsentierten, sondern auch die begleitenden Lehrkräft, Herr Wendel, Frau Korell und Frau Schinke und nicht zuletzt Herr Winkelmann, der Chef von Astaxa.

 

Wie die Produkte ankamen und ob die Präsentation ein Erfolg war, erfahren Sie in der nachfolgenden Pressemitteilung aus dem „Freien Wort“.

 

 

https://www.insuedthueringen.de/inhalt.erfindergeist-in-zella-mehlis-schoko-cookies-und-waffeln-aus-kirchererbsen.d034b58d-0b11-412c-b4a9-ddf7556a3b07.html

 

 

Erfindergeist in Zella-Mehlis

 

Schoko-Cookies und Waffeln aus Kirchererbsen

Doreen Fischer 30.04.2026 - 06:27 Uhr

 

Erbsen, Bohnen, Linsen – nicht jeder mag sie. Umso verblüffender klingt ein Projekt, das genau diese Produkte zum Renner macht. Süß, herzhaft, exotisch – alles ist möglich.

 

Was kann man alles aus Hülsenfrüchten herstellen? Und vor allem, was schmeckt dann auch so gut, dass man es wieder kaufen würde? Angehende Lebensmitteltechniker haben sich mit diesen Fragen beschäftigt. Ihre Berufsschule, das SBBZ in Zella-Mehlis, hat dazu einen entsprechenden Auftrag aus der Wirtschaft angenommen.

 

Die Firma Astaxa aus Ritschenhausen hatte im Berufsbildungszentrum eine Anfrage gestartet, ob deren Schüler neue Produkte aus gemahlenen oder granulierten Kichererbsen entwickeln könnten. Das Unternehmen selbst arbeitet bereits mit Maggi zusammen. Deshalb steckt in so mancher 5-Minuten-Terrinen-Variante auch ein Stück Thüringer Heimat mit drin. 

 

Altmodische Hülsenfrüchte mit angestaubtem Image

 

„Aus altmodischen Hülsenfrüchten, die ein angestaubtes Image haben, sind inzwischen Lifestyle-Produkte geworden. Wir sind froh, dass die Kunden da drauf abfahren“, sagt Firmeninhaber Mirko Winkel. Genau diesen Trend will der Betrieb nun nutzen, um seine Produkte besser an den Mann oder die Frau zu bringen. Und genau deshalb hat man auf die Experimentierfreudigkeit der jungen Auszubildenden gesetzt. 

 

Entstanden sind sieben verschiedene Produkte. Unter anderem eine Waffel-Backmischung aus Kichererbsenpulver mit Backanleitung, Schoko-Cookies, Müsliriegel oder vegane Bagels mit Linsen. Freilich ging nicht immer alles gleich gut. Bei der Präsentation ihrer Erfindungen haben die Schüler von Pannen und Rückschlägen berichtet. Denn gemahlene Hülsenfrüchte lassen sich mit Weizenmehl nicht vergleichen. Schon gar nicht in der Verarbeitung.

 

Monatelang getüftelt und experimentiert

 

Monatelang haben die 25 jungen Leute getüftelt, ausprobiert, verkostet, Versuche unternommen, Rezepte verändert. „Die Anforderung an uns war, dass wir nicht nur Neues entwickeln, sondern es auch marktfähig präsentieren können“, berichtet Katja Schinkel, Fachkonferenzleiterin im SBBZ. Sprich: Es musste auch eine ansprechende Verpackung gestaltet werden, die allen gesetzlichen Vorschriften entspricht. Und auf der die nötigen Kennzeichnungen mit Energiewerten verzeichnet sind. 

 

„Ich bin ganz begeistert, weil so unterschiedliche Sachen entstanden sind. Da kriege ich richtig Gänsehaut, wenn ich sehe, wie die sich reingehängt haben“, schwärmt Produktionsleiterin Anke Herbrich. „Es wurden sogar Preisvergleiche angestellt.“

 

Liebe auf den ersten Biss

 

Ihr Chef ist so überzeugt von der Arbeit der Schüler, dass er die Kooperation mit der Schule fortsetzen möchte. Insgeheim hatte er erhofft, dass keines der Entwicklerteams eine Linsensuppe kreieren würde. Seine Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil, er kann kaum glauben, was aus Erbsen, Bohnen und Linsen entstanden ist.

 

Bei der anschließenden Verkostung gab es so manche unerwartet „Liebe auf den ersten Biss“. Spätestens mit ihren kreativen Namen wie „NaturKrach Knäckebrot“, „Kicher Crunchy Pizza Teig“ oder der „Kiwa Backmischung“ dürfte so manches Vorurteil wegen der etwas ungewohnten Zutaten wie weggespült sein. 

 

„Wir haben in der Region so viel Potenzial, verkaufen uns aber unter Wert. Bisher landen 90 Prozent der Hülsenfrüchte in Tierfutter“, berichtet Mirko Winkel. Nun haben die angehenden Lebensmitteltechniker Marktlücken entdeckt, in die die Firma Astaxa stoßen kann. Vielleicht ist diese Ideenvielfalt auch darauf zurückzuführen, dass der Großteil der Auszubildenden ausländische Wurzeln haben. Und in ihren Heimatländern ganz anders an die Verarbeitung von Hülsenfrüchten herangehen. 

  

Verlockende berufliche Zukunft

 

Wenn die Azubis in diesem Jahr ihre Ausbildung abschließen, dann warten neue Herausforderungen auf sie. In der Wirtschaft werden sie händeringend gesucht. Unternehmen wie Brandt, Storck, Brauereien oder Gewürzhersteller stehen Schlange, um die jungen Facharbeiter für sich zu begeistern. „Wir sind die einzige Schule in Thüringen, die diese Ausbildung anbietet“, versichert Schulleiterin Ina Stade.

 

 

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